Die berufliche Ausbildung im Heim.

Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Jugendliche oft schulmüde sind, aber wieder viel Motivation für den Einstieg in die Arbeitswelt aufbringen. Eine Institution kann immer nur ein begrenztes Berufsbildungsangebot anbieten. Im Jugendheim Platanenhof sind dies, wie häufig in traditionellen Jugendheimen, die Berufsbereiche Schreinerei, Mechanik, Betriebsunterhalt und Küche. 

Heiminterne oder heimexterne Ausbildung?

Für Jugendliche, die sich für einen Beruf interessieren, der nicht innerhalb des Heims angeboten wird, steht eine schwierige Entscheidung an. Möchte man der heiminternen Ausbildung eine heimexterne vorziehen und damit das Risiko eingehen, dass man allenfalls an den höheren Anforderungen scheitert? Heutzutage überwiegt die Meinung, dass Jugendliche ihre eigenen Erfahrungen machen sollten, auch wenn dies ein mögliches Scheitern beinhaltet. Ansonsten könnte das Gefühl zurückbleiben, dass man es schon geschafft hätte, wenn man die Chance dazu gehabt hätte. Tatsächlich sind die hohen Anforderungen für viele Jugendliche ein Problem. Sie besuchen deshalb zusätzlich Schul- und Arbeitstrainings, um die «Basics» für die Berufswelt zu üben.

Berufsausbildung im Heimumfeld wandelt sich

Aufgrund von Veränderungen im Heimumfeld löst sich das Bild, dass jeder Jugendliche im Heim eine Berufsausbildung macht, immer mehr auf. Früher plante man langfristig und legte jeweilige Massnahmen über eine Dauer von bis zu drei Jahren fest. Heute geht man hingegen kurzfristig vor und kontrolliert den Verlauf und die Entwicklung des Jugendlichen kontinuierlich. Dieser Wandel ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen: Einerseits hat man aus vergangenen Zeiten gelernt. So werden Interventionen heutzutage viel kritischer bewertet. Andererseits fragt man sich aufgrund der Sparmassnahmen stets, ob die hohen Kosten der Betreuungs- und Ausbildungsangebote angemessen sind und ob nicht günstigere Varianten möglich wären.

Förderung der persönlichen Kompetenzen

Die Arbeitswelt entwickelt sich weiter, und die Jugendheime sind aufgefordert, auf die Veränderungen zu reagieren. Der Hauptfokus bleibt jedoch auf der Förderung der persönlichen und sozialen Grundkompetenzen. Das Selbstwertgefühl und die Sozialkompetenzen der Jugendlichen müssen so gestärkt werden, dass sie später in der Arbeitswelt bestehen können.

 
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Dagmar Müller

 
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