Gute Stimmung am Tisch.

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Gemeinsame Mahlzeiten im Heim sind wichtige Momente der Begegnung. Sie können einen freudvollen Höhepunkt sein, aber auch Stress und Unwohlsein auslösen. Die folgenden Sätze kennen alle: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“ „Wer sein Gemüse nicht aufisst, hat auch keinen Hunger auf das Dessert!“, aber was hat das Dessert mit dem Hunger oder gar mit dem Gemüse zu tun? Oder: „Wenn Du den Teller leer isst, wird das Wetter schön!“ – welch’ eine Verantwortung!

Kinderhaus Gellert: gemeinsame pädagogische Haltung

Florian Kron, Leiter des Kinderhauses Gellert in Basel, hat sich mit seinem Team Zeit genommen, eine gemeinsame pädagogische Haltung zu entwickeln, die einer guten Stimmung am Tisch dient: „Wir möchten, dass die Kinder lernen, selbstständig zu entscheiden, wie gross der eigene Hunger ist. Sie sollen spüren dürfen, wann der Bauch voll ist und dann rechtzeitig aufhören zu essen. Dazu sollen sie eine breite Palette an Geschmackserfahrungen haben und erkennen, was ihnen schmeckt und was nicht.“

Kinder entscheiden selbstständig

Beim gemeinsamen Essen treffen sich Kinder und Erwachsenen aus verschiedenen Alltags- und Unterrichtssituationen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Beziehungen untereinander werden von Stimmungen beeinflusst, die sich auch auf den Appetit auswirken.

Im Kinderhaus Gellert gilt, dass die Kinder sich selber schöpfen. So lernen sie die Portion dem Hunger anzupassen. Auf dem Tisch oder Buffet steht das Angebot. Die Kinder werden motiviert, von allem zu probieren. Die Betreuungspersonen wirken als Vorbild. Ein zusätzlicher Druck ist nicht nötig.

Kinder und Erwachsene dürfen sich gleichermassen im Appetit täuschen. Alle können nachschöpfen oder auch Essen auf dem Teller zurücklassen. Wichtig ist, zu erfahren, wie sich Hunger und Sättigung anfühlen. Dadurch vertieft sich das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Dieses stimmige Gespür für sich wird dann bereits beim Auswählen und Schöpfen der Speisen eine verlässliche Orientierung.

Möglichkeit zur Weiterbildung

Unterstützt wurde das Team des Kinderhauses Gellert durch die Weiterbildung PEP – Gemeinsam Essen und durch das begleitende Handbuch, das die Fachstelle PEP kostenlos auf ihrer Webseite zur Verfügung stellt. Die Sorgfalt im Umgang miteinander am Tisch, gepaart mit dem Wissen um die Zusammensetzung von ausgewogenen Mahlzeiten im Heim, findet sich im Kurs Zufrieden gemeinsam essen – Herausforderungen am Tisch rund ums Essverhalten, ein Angebot von CURAVIVA für KöchInnen und SozialpädagogInnen.

 
 
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Thea Rytz

Angebotsleiterin PEP
Psychosomatik Inselspital Bern

 
 
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Franziska Widmer Howald

 
 
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Florian Kron