Wir sind dann mal weg ...

Es ist Sommerferienzeit. Für uns, die Kinder und Mitarbeitenden im Kinderheim Lindenberg, heisst das, es ist Zeit für Lager. Wir verlassen die Wohngruppe und verbringen eine gewisse Zeit auswärts, manchmal mit der eigenen Gruppe, manchmal mit Kindern, Jugendlichen und Mitarbeitenden aus allen vier Gruppen des Kinderheims.  

Ein besonderer Anlass ist das Erlebnislager. Für viele ist es der Höhepunkt im Jahr und man erzählt noch Jahre danach von den schönen und weniger schönen Erlebnissen. Es findet jedes Jahr in den Sommerferien statt und dauert zwei Wochen. Wir verlassen unsere gewohnte Umgebung und verbringen zwei aktive Wochen in der Natur. Letztes Jahr haben wir ein Maultier-Trekking gemacht und sind am letzten Tag nach vielen Kilometern mit den Tieren in Basel eingelaufen. Jedes Jahr wird eine andere Idee umgesetzt.  

Dieses Jahr waren wir mit dem Velo unterwegs. Es ging den Rhein entlang von Chur bis nach Basel. Die Erwachsenen haben das Lager gut vorbereitet: Sie haben nach Übernachtungsmöglichkeiten auf Campingplätzen und beim Bauern geschaut und die Strecke in Teiletappen unterteilt. Die kürzeste Etappe war 25, die längste 45 Kilometer pro Tag. Manche Etappen waren ganz schön anstrengend, vor allem wenn es bergauf ging. Aber alle haben durchgehalten, auch die Kleinsten mit 8 Jahren. Wir sind stolz auf unsere 341 Kilometer, die wir in den zwei Wochen gefahren sind.   

Stimmen der Kinder zum Lager: 

  • Man erlebt viel und es ist jeden Tag anders.
  • Ich fand es toll, dass wir so viel draussen waren.
  • Es war spannend, am Bodensee anzukommen.
  • Wir hatten viel Zeit zum Reden und Kartenspielen.
  • Schwierig war, jeden Tag die Motivation fürs Fahrradfahren zu finden.
  • Es war es nie langweilig.
  • Der Po schmerzte vom vielen Velofahren.
  • Das Essen war das Beste.

Stimmen der Erwachsenen:

  • Die Kinder erkennen ihre Grenzen und lernen, damit umzugehen. 
  • Man wird immer wieder aus seiner Komfortzone gebracht und muss sich täglich auf Neues einstellen.
  • Wir alle sind rund um die Uhr zusammen.
  • Ich staunte über die Ausdauer und den Durchhaltewillen – vor allem bei den jüngeren Kindern.
  • Es gab einen grossen Respekt für einander, z.B. wenn jemand den Berg nicht hochkam.
  • Die meisten Kinder hatten Spass und waren mit Freude dabei.
  • Man erlebt die Natur von der schönen und weniger schönen Seite und findet einen Umgang damit.
  • Die Erfolge stärken nachhaltig das Selbstbewusstsein und den Durchhaltewillen der Kinder.

 
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Sabine Rufi

Leitung Stationäres Wohnen familea

 
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