Haus für Mutter und Kind – ein Daheim auf Zeit.

„Freitagnachmittag kurz vor 17 Uhr, das Telefon klingelt. Anfrage einer Berufsbeiständin, ob wir einen Platz für eine Mutter mit einem Kleinkind haben. Sie habe eine Gefährdungsmeldung wegen häuslicher Gewalt auf dem Tisch. Die Mutter sei nicht in der Lage, das Kind und sich selbst zu schützen. Auch sei die Mutter durch die schwierige psychische Situation mit ihren Nerven und ihrer Energie am Ende. Wenn wir Platz haben, kann diese Mutter mit ihrem Kind sofort bei uns eintreten.“ 

Der Verein Haus für Mutter und Kind bietet Frauen, die sich während einer Schwangerschaft oder nach der Geburt eines Kindes in einer schwierigen Lebenslage befinden, ein Daheim auf Zeit. In einem geschützten Rahmen können die Mütter mit ihren Kindern umfassend betreut und beraten werden, damit sie sich auf ein selbständiges Leben in der Gesellschaft vorbereiten können.

Kinderschutzmassnahmen stehen im Vordergrund

Im „Haus für Mutter und Kind“ wohnen Kinder ab Geburt bis zum Vorschulalter. In der Regel findet der Erstkontakt über die Behörden statt. Das kann die KESB, die Berufsbeistandschaft oder die Polizei sein. Manchmal kommt es auch vor, dass sich eine schwangere Frau oder eine Frau mit Kind direkt meldet. In der Regel sind es Kindesschutzmassnahmen. Wenn die Frauen wieder Vertrauen gewonnen haben, wird die Zusammenarbeit konstruktiv und der Aufenthalt zum Erfolg.

Umfassende Betreuung durch Fachpersonen

Die Kinder und die Mütter haben einen strukturierten Alltag. So gibt es eine interne Kita. Jede Frau hat ihre individuelle Planung und Zielsetzung. Daneben gibt es Arbeiten wie Haushalten oder in der Kita mithelfen. Diese Aufgaben werden unter den Frauen aufgeteilt. Die Kinder und ihre Mütter werden von gut ausgebildeten Fachpersonen durch den Alltag begleitet. Daneben finden regelmässig Bezugspersonengespräche, Sitzungen bei Therapeuten oder weiteren Fachpersonen statt. Während der Abwesenheit einer Mutter werden die Kinder in der Kita betreut. Das „Haus für Mutter und Kind“ ist ein 24-Stunden-Betrieb.  

Beziehung zwischen Mutter und Kind fördern

Die Bindung respektive die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist zentral. Die Frauen sollen so begleitet werden, dass sie ein lebenslängliches Interesse an ihren Kindern haben. Wenn eine Mutter die Institution verlässt, muss sie in der Lage sein, das psychische, physisch und seelische Wohl ihres Kindes zu respektieren und zu schützen. Manchmal braucht es dafür unterstützende Massnahmen wie Erziehungsberatung oder sozialpädagogische Familienbegleitung. Die Kinder sollen gestärkt werden, indem sie lernen, ihre Eltern so zu akzeptieren, wie sie sind. Kein Kind kann seine biologischen Eltern zurückgeben oder austauschen.

 
 
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