Heim und Daheim – Jugendliche erzählen.

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Heim und Daheim – Kinder und Jugendliche erzählen.

Wie ist der Kontakt zu deinen Eltern/deiner Familie organisiert und bei welchen Gelegenheiten siehst du sie oder hörst du von ihnen?

Nicole: Wenn ich meine Familie sehen möchte, kann ich das meistens tun. Ich kann beispielsweise fragen, ob ich mit ihnen telefonieren kann. Ich kann auch Besuche bei meiner Familie machen. Zudem bin ich sowieso an den Wochenenden und in den Ferien zu Hause. Grundsätzlich stehe ich in Kontakt mit meinen Eltern. Ich sehe sie viel, oder ich telefoniere mit ihnen.

Tamara: Der Kontakt zu meinen Eltern und zu meiner ganzen Familie wird sehr gepflegt. Da ich ein eigenes Handy habe, habe ich täglich mit ihnen Kontakt. Ich sehe meine Eltern immer von Freitag bis Montag sowie am Mittwochnachmittag. Auch die Schulferien verbringe ich mit meinen Eltern oder der Familie.

Marcel: Bei meiner Mutter und meinem Vater bin ich abwechselnd an den Wochenenden und in den Schulferien. Zusätzlich telefoniere ich manchmal unter der Woche mit ihnen.


Kommen deine Eltern manchmal ins Heim?

Nicole: Klar. Früher kamen sie zwar noch öfters. Meine Mutter besucht mich mittlerweile gelegentlich dienstagabends, um mir beim Lernen zu helfen. Mein Vater kam früher auch noch regelmässig, doch auch ich wurde älter und wollte manchmal allein sein, ohne Eltern.

Tamara: Mami holt mich wöchentlich fürs Wochenende ab. Sie kommt auch für Gespräche und Sitzungen auf die Wohngruppe. Ab und zu kommt sie zum Essen oder einfach für Besuche. Papi kommt meistens zu Gesprächen und holt mich ab und zu ab, um etwas zu unternehmen.

Marcel: Mami oder Papi holen mich jeden Freitag fürs Wochenende ab. Ab und zu müssen sie auch etwas bringen oder abholen.


Was machen deine Eltern, wenn sie vorbeikommen? Sitzungen oder auch andere Aktivitäten?

Nicole: Sie kommen für Standortgespräche mit den Erwachsenen oder zu Besuchen bei uns. Während den Besuchen wird gespielt und geredet. Wenn Mami zu Besuch da ist, bleibt sie zum Nachtessen.

Tamara: Meistens kommt meine Mutter zu Sitzungen. Früher holte sie mich manchmal ab. Wenn sie zum Essen kommt, reden wir. Sie nimmt dann meine kleinen Geschwister und Halbgeschwister mit und ich sorge für sie.

Marcel: Bei Anlässen kommen beide und oft auch noch die Großeltern. Sie kommen für Sitzungen und Gespräche. Am Geburtstag besuchen sie mich je einmal. Wir spielen im Zimmer Geschichten.


Was erzählst du deinen Eltern oder deiner Familie von deinem Alltag im Heim/auf der Wohngruppe?

Nicole: Wie es in der Schule läuft, Neuigkeiten, von meinen Hobbies, was ich in der Woche alles erlebt habe, welche Tests anstehen und auf was ich mich in der Woche freue.

Tamara: Ich erzähle was ich in der Schule gemacht und sonst so erlebt habe. Meine Mutter interessiert, wie es mir geht. Von den anderen Kindern hier erzähle ich eher weniger, mehr so was ich erlebt habe.

Marcel: Von den guten Noten in der Schule und dass es mir in der Wohngruppe gefällt.


Was gefällt dir Zuhause besser?

Nicole: Ich habe einen eigenen Fernseher und kann das Handy viel benutzen. Es ist viel ruhiger, da ich ein Einzelkind bin. Und ich muss später ins Bett, da es Wochenende ist oder ich Ferien habe.

Tamara: Ich kann wünschen, was ich essen will, darf länger am Handy sein und auch länger aufbleiben. Ich habe mehr Ruhe und kann Zeit mit der Familie verbringen.

Marcel: Die Wohnung und die eigenen vier Wände in meinem Zimmer gefallen mir besser und ich kann mit meinen Kollegen von der alten Schule abmachen.


Gibt es etwas, was dir auf der Wohngruppe besser gefällt?

Nicole: Ich werde immer betreut, und es ist immer jemand hier. Es hat auch Haustiere. Als Einzelkind kann ich mehr Kontakte pflegen und lerne besser, mit anderen umzugehen und mich in andere hineinzuversetzen. Es können Spiele mit mehreren Personen gespielt werden.

Tamara: Ich habe hier die Möglichkeit, mit einer guten Kollegin zusammen zu sein und zu wohnen. Zudem gefallen mir die speziellen Aktivitäten, die wir zu Hause nicht machen. Das Leben auf der Wohngruppe ist etwas künstlich, aber trotzdem mein zweites Zuhause. Sie können mich hier gut unterstützen und für die Lehre vorbereiten.

Marcel: Mein Zimmer hier gefällt mir besser als mein Zimmer zu Hause. Hier kann ich Basketball und Fussball spielen oder etwas in der Turnhalle machen, wenn es regnet.

 
 
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Nicole, 14

 
 
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Marcel, 12

 
 
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Tamara, 15