Partizipativ zu Jugendlichen und Smartphones forschen.

Wir alle wissen (scheinbar): Jugendliche trennen sich kaum mehr von ihrem Handy und sind latent suchtgefährdet! Im Internet lauern lauter Gefahren wie Mobbing, Datenschutzprobleme oder Pornographie! 

Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen wir uns seit Langem mit der Medienthematik. Dabei störte uns, dass die Jugendlichen immer nur «beforscht» werden. Darum forschten wir im Projekt «Generation Smartphone» gemeinsam mit Jugendlichen zur Handynutzung von Jugendlichen. Danke an die Stiftung Mercator Schweiz, die dies ermöglichte!

Was bedeutet das Leben mit einem Smartphone für Jugendliche?

Es ist wenig überraschend, dass das Smartphone für Jugendliche im Alltag nicht wegzudenken ist, denn alles läuft über dieses Gerät: Musik, Fotoapparat, Wecker, Games, Mails, Videos, Fotos, Kontakte, Bücher und vieles mehr. Es bündeln sich Kommunikation, Information, Spass und Unterhaltung. Jugendliche tun dies aber nicht getrennt, sondern oft gleichzeitig und ineinander verschachtelt. Der Sinn der Handynutzung von Jugendlichen lässt sich deshalb nicht einfach an der Nutzungsdauer festmachen.

Die viel besprochenen Risiken wie Cybermobbing und Sexting treten selten auf und beschäftigen Jugendliche in ihrem Alltag kaum. Dafür erleben sie andere Herausforderungen. Das Leben «always on» ist für Jugendliche ziemlich kompliziert. Neben allem Positiven bringt es auch Herausforderungen mit: Konflikte eskalieren schnell, Likes und Kommentare sind ein Zeichen der eigenen Beliebtheit und es ist schwer, dem Sog von Youtube, Games und anderer Unterhaltung zu widerstehen. Darum ist das Smartphone für viele Jugendliche Freund und Feind zugleich. Beziehungsstatus: «It’s complicated».

Was bedeutet dies für Erwachsene?

Manche Jugendliche sind froh, wenn sie klare Regeln erhalten. In erster Linie aber müssen sie für sich selber einen sinnvollen Umgang mit dem Smartphone finden. Kompliziert ist es darum nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Erwachsenen in ihrem Umfeld. Denn: Es gibt keine einfachen Rezepte. Die Aufgabe der Erwachsenen ist es unserer Ansicht nach vor allem, Jugendliche zum Nachdenken über ihren Umgang mit dem Smartphone anzuregen.

Alle Ergebnisse des Forschungsprojekts «Generation Smartphone» inkl. Tipps von Jugendlichen für Jugendliche finden Sie auf www.generationsmartphone.ch

 

 
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Dr. phil. Rahel Heeg

Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Soziale Arbeit
Institut Kinder- und Jugendhilfe

 
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