Flucht und Trauma.

Der gute Grund

Geflüchtete Kinder und Jugendliche haben in ihrem Herkunftsland und auf der Flucht in die Schweiz schreckliche Dinge erlebt. Mit der Ankunft in der Schweiz lassen sie ihre Erinnerungen an das Erlebte nicht einfach an der Grenze zurück. Manche Erlebnisse klingen bewusst oder unbewusst nach und prägen ihr Erleben sowie ihr Handeln im Hier und Jetzt. Das gezeigte Verhalten ist dabei für Aussenstehende manchmal nicht nachvollziehbar oder sogar herausfordernd. Für die Kinder und Jugendlichen selbst ist es aber aufgrund ihrer Geschichte sehr sinnvoll, z.B. weil dies in ihrer Kultur so üblich ist oder weil es ihnen bisher geholfen hat, zu überleben. Das Verständnis für den «guten Grund», hilft dabei, die Situation und das Verhalten anders zu bewerten und adäquater auf die Bedürfnisse der geflüchteten, traumatisierten Kinder und Jugendlichen zu reagieren.  

Broschüre Flucht und Trauma

Aus diesem Grund hat die Zürcher Arbeitsgruppe Kind und Trauma (ZAKT) in Zusammenarbeit mit INTEGRAS Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik, CURAVIVA Schweiz und PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz die Broschüre «Flucht und Trauma – Umgang mit geflüchtete, traumatisierten Kindern & Jugendlichen in sozialpädagogischen Institutionen & Pflegefamilien» erarbeitet. Sie soll dazu beitragen, zu verstehen, warum gewisse Verhaltensweisen aus Sicht der handelnden Kinder und Jugendlichen sinnvoll sind und welchen Herausforderungen sie sich in der Schweiz gegenübersehen. Die Broschüre soll zudem aufzeigen, wie diese Kinder und Jugendlichen beim Aufwachsen und der Integration in die Gesellschaft auf gute Weise begleitet werden können.   

Fachnachmittage

In Form von Fachnachmittagen zum Thema «Flucht und Trauma» bieten die vier Herausgeber der Broschüre Interessierten die Möglichkeit, das Thema zu vertiefen und sich untereinander auszutauschen. Anhand von fachlichen Inputs und praxisnahen Fallbeispielen wird diskutiert, wie die Kinder und Jugendlichen und die Betreuungspersonen im Alltag mit einem trauma-pädagogischen Ansatz möglichst gut versorgt werden und wo dabei die Herausforderungen und Grenzen liegen können. Von den drei bisher geplanten Fachnachmittagen haben bereits zwei stattgefunden und sind auf gute Resonanz gestossen. Auch der Fachnachmittag im Januar ist schon fast ausgebucht. Für das Jahr 2019 sind daher weitere Fachnachmittage in Planung. 

Download Broschüre «Flucht und Trauma – Umgang mit geflüchteten, traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Sozialpädagogischen Institutionen und Pflegefamilien.”

 
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Martina Valentin

Fachmitarbeiterin & Projektleiterin
CURAVIVA Schweiz

 
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