Stationäre Kinder- und Jugendhilfe und die Orientierung im Sozialraum.

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Unter dem Stichwort “Sozialraumorientierung” wird zum Teil sehr Unterschiedliches verstanden. Das widerspiegelt sich in den Projekten, die sich in ihrer Arbeit die Umsetzung des Paradigmenwechsels auf die Fahne geschrieben haben.

Kernelemente
Zu den Kernelementen sozialräumlicher und flexibler Unterstützungsangebote gehören auf der Ebene der Klientinnen und Klienten die Orientierung an individuellen Bedürfnissen, die Ausrichtung am Willen und der Blick auf die vorhandenen Ressourcen. Die Forderungen an die Fachpersonen liegen in der Erreichung eines einheitlichen und ganzheitlichen Arbeitsverständnisses, einer sozialräumlichen Organisation der unterschiedlichen Unterstützungsangebote und eines gemeinsamen Fachkonzepts. Damit dies gelingt, sind auch jene Akteure gefordert, die die Rahmenbedingungen festlegen. 

Ganzheitliche Betrachtung
Unterstützende Leistungen, die sich am Sozialraum der Klienten und Klientinnen orientieren, müssen auf fachlichen Prinzipien beruhen und gemeinsam mit den Betroffenen und im Zusammenhang ihrer Lebenswelt geplant werden. Dies ist anspruchsvoll. Den eigenen Willen zur Veränderung einbringen zu können und Selbstwirksamkeit zu erfahren, führt zur Erhöhung der Nachhaltigkeit von Leistungen und Massnahmen. Zugleich können bestehende Ressourcen in diesem Prozess besser erkannt und genutzt werden. Die Kooperation der verschiedenen Akteure und die Koordination ihrer Arbeit soll dazu führen, dass unterstützende Leistungen nicht mehr voneinander abgegrenzt werden. Die Ganzheitlichkeit der Betrachtung einer familiären Situation ermöglicht somit Lösungen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Klienten und Klientinnen sowie deren enge Bezugspersonen zugeschnitten sind. 

Rund um das Thema Sozialraumorientierung
Der Fachbereich Kinder und Jugendliche von CURAVIVA Schweiz hat sich bereits vor einigen Jahren intensiv mit dem Thema Sozialraumorientierung beschäftigt und verschiedene Dokumentationen publiziert.
Unter dem Titel «Sozialraumorientiertes lokales Hilfesystem» wurde ein Leitfaden zur Planung und Umsetzung des Fachkonzepts Sozialraumorientierung vorgelegt. Zudem fasst die Kurzbroschüre «Wirksame Lösungen in der Jugend- und Familienhilfe» die Inhalte einer Neuorientierung und Paradigmenwechsel in der Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Zur praktischen Einführung in die Thematik stellt das «Werkstattbuch: Flexible Jugend- und Familienhilfe im Sozialraum» den grundlegenden Paradigmenwechsel in der Jugend- und Familienhilfe vor, beschreibt Fallbespiele und bietet eine Übersichtsgrafik zum besseren Verständnis. 

Es ist für CURAVIVA Schweiz nun an der Zeit, laufenden Umsetzungsprojekten nachzugehen. Dabei sollen Gelingensfaktoren für die Orientierung am Sozialraum identifiziert und Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Zuerst wollen wir in einem nächsten Schritt einige Personen, die bereits in ihrer professionellen Arbeit sozialräumlich unterwegs sind, in den nächsten Beiträgen von herheimspaziert.ch zu Wort kommen lassen!

Weitere Informationen zur Sozialraumorientierung

 
 
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Cornelia Rumo Wettstein

Leiterin Fachbereich Kinder und Jugendliche
CURAVIVA Schweiz

 
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