Auf dem Weg zum Gipfel.

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Jugendliche brauchen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden Unterstützung. Manche mehr, manche weniger, manche oft, manche nur ab und zu. Der Übergang zwischen dem Ende der Schulzeit und dem Lehrabschluss ist dabei eine besonders sensible Phase – nicht nur für Jugendliche, die in einer Wohngruppe aufgewachsen sind. Wir haben uns damit auseinandergesetzt, wie wir diesen Jugendlichen und ihren verschiedenen Bedürfnissen besser gerecht werden können. So haben wir im Januar 2019 die Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge in Felsberg in das neue Angebot «Jugend-plus» überführt. 

Selbst entscheiden, was richtig ist

Das PLUS dieses Angebots sind die Niederschwelligkeit und die Flexibilität. Wir haben hierbei in den letzten drei Jahren viel von den minderjährigen Flüchtlingen gelernt. Je nach Bedarf kann die eigene Wohnung mit wenig Betreuung, eine betreute WG oder ein Platz mit Familienanschluss die richtige Lösung sein. Die Jugendlichen im Alter von 16 bis 21 Jahren sollen daher zwischen diesen Wohn- und Betreuungsformen wählen können – je nach Bedarf. Umso wichtiger wird diese Wahlmöglichkeit, wenn sie volljährig sind. Denn dann werden sie selbst entscheiden, was für sie richtig ist. Nicht immer deckt sich ihre Wahrnehmung mit derjenigen der Fachpersonen. Manche sind sich jedoch auch der grossen Herausforderung bewusst und zögern, das bisherige Setting zu verlassen. Durch das flexible Angebot „Jugend-plus“ können sie sich schrittweise an die Selbständigkeit herantasten. 

Und wer zahlt?

Schwierig ist in diesem Zusammenhang die Finanzierung. Es scheint sich inzwischen allmählich ein gesellschaftlicher Konsens zu entwickeln, dass die Unterstützung von Care Leavern, also Jugendlichen, die mit 18 Jahren die Kinder- und Jugendhilfe verlassen, eine wichtige Aufgabe ist. Dennoch fehlen in der Regel gesetzliche Grundlagen, welche ein Angebot nach Erreichen der Volljährigkeit weiter finanzieren. 

Unterstützung bis zum Ankommen

Wir sind überzeugt davon, dass sich die Investition in einen sanften Übergang ins Erwachsenenleben lohnt. Durch ein gutes Ankommen in der Eigenständigkeit sinkt nachweislich das Risiko von Abbrüchen mit den Folgen von Sozialhilfe- oder IV-Kosten. Wir wollen hierzu in der Region Graubünden unseren Beitrag leisten und setzen uns ein für ein bedarfsgerechtes Angebot, dass nicht kurz vor dem Ziel der Selbständigkeit endet.

 
 
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Martin Bässler

Leiter Pädagogische Angebote
Stiftung Gott hilft

 
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