Manchmal hilft ein kleines Wunder.

Kinder können gefährdet sein, wenn ihre Mütter unter psychischen Belastungen leiden. Unkonventionelle Lösungen sind gefragt, wenn aufgrund einer Schwangerschaft der Abschluss einer Ausbildung auf dem Spiel steht. Und wenn die aktuelle Wohnsituation plötzlich zusammenbricht, braucht es schnelle Hilfe. Insbesondere dann, wenn Kinder mitbetroffen sind. 

Die Rede ist vom «Haus für Mutter und Kind». Hier finden Frauen, die in Not geraten sind, gemeinsam mit ihren Kindern ein sicheres zu Hause und die richtigen Unterstützungsmassnahmen. Das Angebot wird laufend an die gesellschaftlichen und individuellen Bedürfnisse angepasst. Das erfordert viel Flexibilität. Manchmal hilft auch ein kleines Wunder, dass es gut kommt.

Hohe Auslastung dank Flexibilität

Von den derzeitigen Bewohnerinnen besuchen zwei junge Mütter ein Brückenangebot, eine Mutter macht eine Berufslehre und eine Mutter nimmt an einer beruflichen Integration der IV teil. Wenn die Mütter auswärts beschäftigt sind, kümmern sich Fachfrauen um die Kinder. Dass sich das flexible Betreuungsmodell bewährt, zeigt die hohe Auslastung des Hauses im vergangenen Jahr. 

Neues Angebot für Kinder

Zusätzlich zum stationären Angebot bietet das «Haus für Mutter und Kind» seit kurzem begleitete Besuchszeiten für externe Kinder an. Diese teilstationäre Dienstleistung kann genutzt werden, wenn der Besuch eines Elternteils nur in einem geschützten Rahmen möglich ist oder ein geeigneter Ort für den Elternkontakt fehlt.

Erfreuliche Zahlen

Aufgrund der guten Belegung und dank der steigenden Nachfrage beim teilstationären Angebot BBZ (Begleitete Besuchszeiten) konnte der Verein «Haus für Mutter und Kind» ein ausserordenlich gutes Betriebsergebnis präsentieren. Die positiven Erfahrungen mit den Kindern und ihren Eltern sowie die erfreulichen Zahlen ermutigen die Institutionsleitung, die stationären und ambulanten Dienstleistungen weiter auszubauen und zu optimieren.

Es ist schön, wenn Mami da ist

Ich heisse Jan und bin elf. Ich wohne in Nidwalden bei Edith und Paul. Edith und Paul sind meine Pflegeeltern. Meine richtige Mami lebt in Solothurn. Mami weint viel und geht oft zum Doktor. Manchmal muss sie monatelang im Spital bleiben. Wenn ich Mami in der Klinik besuchen darf, begleitet mich eine Sozialpädagogin vom „Haus für Mutter und Kind“. Ich glaube, Mami hat ein schlechtes Gewissen, weil sie mich manchmal vergessen hat, als ich ein Baby war. Beim letzten Besuch habe ich Mami selber gemachte Nussstengeli mitgebracht. Mami musste wieder weinen – doch diesmal vor Freude. 

Wenn es Mami etwas besser geht und sie mich besuchen kommt, treffen wir uns am Mittwochnachmittag in der Stube oder im Garten vom „Haus für Mutter und Kind“ in Hergiswil. Auch dann begleitet eine Teamfrau die Besuchszeit. Manchmal reden wir nicht viel. Doch es ist trotzdem schön, wenn Mami da ist. Es gibt immer ein feines Zvieri, und letztes Mal haben wir ein grosses Zämesetzi angefangen. Ich freue mich jetzt schon, wenn es dann fertig ist. Es wird ein Segelschiff mit drei Masten.
Jan, 11 Jahre

 
 
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